Wohnen ist Menschenrecht

Weltweites genossen­schaft­liches Engagement

Wir haben das Wohl der Menschen im Blick und geben alles, damit das Wohnen in Herborn bezahlbar bleibt und sich unsere Mieter auch in Zukunft wohlfühlen. Soziale Verantwortung endet für uns aber nicht an der Grenze unserer Stadt, unseres Landkreises oder unseres Landes.

Soziale Verantwortung heißt auch, die Regionen auf der Welt nicht aus dem Auge zu verlieren, in denen Millionen von Menschen unter zum Teil prekären Verhältnissen leben und dankbar sind, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. Aus diesem Grund sind wir bereits seit 37 Jahren Mitglied in der DESWOS – Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V.!

Seit seiner Gründung 1969 widmet sich der Verein der Bekämpfung von Armut und Wohnungsnot in Entwicklungsländern, bietet notleidenden Familien und sozial ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen Unterstützung beim Bau von Wohnraum und trägt damit maßgeblich zur Sicherung ihrer Existenzen bei.

Identifikation durch Selbsthilfe

Klares Motto ist dabei „Hilfe zur Selbsthilfe“ – eines der Grundprinzipien des genossenschaftlichen Wohnungsbaus kommt also auch hier zum Tragen.

Dementsprechend entwickeln und planen Fachleute in den Partnerorganisationen der DESWOS die Projekte nicht am Reißbrett fernab von der Lebensrealität der Betroffenen, sondern stets in enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort und können so gezielt auf deren Bedürfnisse eingehen.

Zudem trägt der Ansatz, gemeinsam adäquate Lösungen zu erarbeiten, maßgeblich dazu bei, dass sich die Menschen, um die es geht, von Beginn an integriert fühlen und sich in hohem Maße mit den Projekten identifizieren. Eigenständig ein Haus zu bauen, macht die Menschen stolz, und die Zusammenarbeit innerhalb einer größeren Gruppe – mit der Nachbarschaft oder sogar der gesamten Dorf­gemeinschaft – fördert ein „Wir-Gefühl“, das auch für weitere Entwicklungsaufgaben nutzbar wird.

Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe

Über das hohe Maß an Identifikation hinaus ist die Integration der Menschen vor Ort auch aus ökonomischer Sicht ein enormer Vorteil, denn Eigenarbeit senkt die Kosten und Projektmittel verbleiben im direkten wirtschaftlichen Umfeld. Darauf wird auch beim Einkauf des Baumaterials geachtet und die Produkte vorrangig aus der Region bezogen. So gelingt es, lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und positive Effekte in möglichst vielen Bereichen der Gesellschaft zu erzielen.

Bündelung von Kompetenzen

Durch die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnerorganisationen kann die DESWOS auf ein breites Netzwerk zurückgreifen und somit Kompetenzen auf diversen Gebieten gewinnbringend bündeln. Im gegenseitigen Austausch von Erfahrungen können Organisationen von der Expertise der jeweiligen Partner profitieren und bei Bedarf auch auf Fachkräfte anderer Institutionen zurückgreifen.

Darüber hinaus eröffnet sich im Zuge der Projekte für viele Menschen vor Ort die einmalige Gelegenheit einer praxisorientierten Ausbildung. Menschen, die in großer Armut leben müssen, bringen nur selten eine ausreichende Vorbildung mit, um offizielle Abschlüsse oder gar Diplome zu erwerben. Werden sie in fachgerecht geleitete Projekte eingebunden, lernen sie effizient und nachhaltig und erhalten die Chance, das erworbene Wissen in weitere Projekte oder eine Erwerbstätigkeit einzubringen.

Förderung aller Lebensbereiche

Wohnen ist Menschenrecht, daher liegt ein Fokus der Arbeit der DESWOS natürlich auf der Schaffung von Wohnraum. Aber zu einem Leben unter menschenwürdigen Verhältnissen gehört neben einem Dach über dem Kopf auch sauberes Trinkwasser, eine ausreichende medizinische Versorgung, die Schaffung grundlegender hygienischer Standards, die Chance auf eine schulische und berufliche Ausbildung sowie die Möglichkeit, durch eine Erwerbstätigkeit die Familie ernähren zu können. Die Projekte der DESWOS beziehen deshalb alle Lebensbereiche mit ein.

© DESWOS

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Unser Einsatz im Jubiläumsjahr

Ein Land, das dringend internationaler Hilfe bedarf, ist die afrikanische Republik Sambia. Obwohl seit einigen Jahrzehnten politisch weitgehend stabil, ist die Armut in Sambia nach wie vor hoch. Rund zwei Drittel, in ländlichen Gegenden sogar drei Viertel der Bevölkerung leben unter ärmlichen Bedingungen, fast die Hälfte der Menschen ist von Mangelernährung betroffen. Hilfsorganisationen arbeiten gezielt daraufhin, eine Grundsicherung zu gewährleisten, die deutsche Entwicklungshilfe konzentriert sich vorwiegend auf den Ausbau der Wasser- und Sanitärversorgung und die Unterstützung in der Landwirtschaft.

Im sambischen Dorf Mulanga hat sich in den letzten Jahren viel getan. Mit Unterstützung der DESWOS haben Eltern und Lehrer eine Sekundarschule aufgebaut und eröffnen den Kindern damit die Chance, durch eine gute Ausbildung aus einem Leben in Armut ausbrechen zu können. Für Mädchen gestaltet sich dieser Weg aber leider oftmals besonders schwierig. Da der lange Schulweg für sie mit großen Gefahren einhergeht, müssen sie die Woche über zur Miete in privaten Unterkünften nahe der Schule leben. Da die meisten Familien schon die Kosten für Bekleidung, Verpflegung sowie das Schulgeld nur schwer aufbringen können, ist diese zusätzliche finanzielle Belastung für viele zu groß. Hinzu kommt, dass auch eine Unterbringung in fremden Familien für die Mädchen die Gefahr sexueller Übergriffe birgt. Es besteht also dringender Handlungsbedarf, um ihnen dazu zu verhelfen, in einem sicheren Umfeld leben zu können und die Schule nicht vorzeitig abbrechen zu müssen.

In unserem Jubiläumsjahr haben wir daher eine Spendenaktion gestartet, um den Bau eines Schulwohnheims zu ermöglichen, in dem die Mädchen sicher und kostengünstig untergebracht werden und so weiterhin am Schulalltag teilnehmen können. In dem Wohnheim, das die DESWOS gemeinsam mit der katholischen Diözese Mpika plant, sollen zukünftig 44 Schlafplätze, eine ausreichende Anzahl an Sanitäranlagen sowie ein Gemeinschafts- und Hauswirtschaftsraum zur Verfügung stehen. Der Baukostenanteil für einen Wohnheimplatz wird sich auf circa 1.950 Euro belaufen – eine Summe, die von den Menschen vor Ort ohne unsere Unterstützung nie aufgebracht werden könnte, die aber über viele Generationen die weiterführende Schulbildung der Mädchen im Dorf sicherstellen kann.

Wir freuen uns, dass unsere Mitglieder, Förderer und Partnerfirmen unserem Spendenaufruf so zahlreich nachgekommen sind, mit uns soziale Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, den Menschen in Mulanga etwas zu ermöglichen, das für uns selbstverständlich ist.

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