10.06.2016 / mittelhessen.de / Jörg Weirich

Herborner Baugenossen stehen gut da

GBS zahlen ihren Mitgliedern erneut vier Prozent Dividende aus / Mieterhöhung läuft

Herborns Gemeinnütziger Bau- und Siedlungsgenossenschaft (GBS) geht es augenscheinlich gut: Sie hat 2015 die Bilanzsumme gesteigert, einen Gewinn eingefahren, ihren Wohnungsbestand ausgebaut Mitglieder hinzugewonnen, – und zahlt abermals eine Dividende.

Geschäftsführer Mark-Thomas Kling liefert am kommenden Mittwoch (15. Juni) bei der Mitgliederversammlung ab 17 Uhr in der Konferenzhalle in der Kaiserstraße seinen Jahresbericht ab. Dem ist ist zu entnehmen, dass die GBS 2015 ihre Bilanzsumme im Vergleich zum Jahr davor um 217 000 Euro auf nunmehr 43,3 Millionen Euro steigern konnte. Vom Jahresüberschuss in Höhe von 460 700 Euro (2014: 150 000 Euro) hat sie rund 360 000 Euro in Rücklagen gestellt. Den Bilanzgewinn in Höhe von 101 200 Euro will die Genossenschaft in Form einer vierprozentigen Dividende auf alle Anteile an die Anteilseigner auszahlen – vorausgesetzt die Mitgliederversammlung stimmt dem zu.

Seitdem die GBS sieben Häuser der Arbeiterwohlfahrt im Walkmühlenweg in Herborn übernommen hat, verfügt sie über 927 Wohnungen in nunmehr 114 Häusern. Zu ihrem Bestand gehören außerdem 207 Garagen sechs Büros und zwei Gewerbeflächen.

Hatte in den Jahren 2013 und 2014 noch der große Neubau in der Konrad-Adenauer-Straße das „Jahresgeschäft“ der Genossenschaft beherrscht – in zwei Bauabschnitten sind dort gegenüber dem Johanneum-Gymnasium 57 barrierefreie Wohnungen entstanden – so lag das Hauptaugenmerk im vergangenen Jahr wieder auf der Sorge um den Bestand, auf Sanierungen und Modernisierungen.

Größter Brocken dabei war das Anwesen Mühlbach 4 – 8 inklusive des Hauses Schmaler Weg 8: In diesem Komplex betreibt die GBS zum einen ihre Geschäftsstelle und Verwaltung und vermietet ein Gewerbebüro an den Hausfrauenbund. Zum anderen, überwiegenden Teil aber beherbergen diese fünf Häuser 18 Wohnungen. Die Häuser wurden aufwendig modernisiert und energetisch saniert. „Das hat – verteilt auf vergangenes und dieses Jahr – rund eine Million Euro gekostet“, sagt Kling im Gespräch mit unserer Redaktion.

Aktuell der dickste Brocken in der Sanierungsliste: Herborns Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft (GBS) hat das Anwesen Mühlgasse 4 – 8 inklusive des Hauses Schmaler Weg 8 für rund eine Million Euro auf Vordermann bringen lassen. Außer der Geschäftsstelle der Mitarbeiter um Geschäftsführer Mark-Thomas Kling (rechts) sind dort gewerbliche Räume und vor allem 18 Wohnungen untergebracht. (Foto: Weirich)

Saniert und modernisiert werde bei der GBS übrigens ständig und fortlaufend, berichtet der Geschäftsführer, nämlich immer dann, wenn ein Mieterwechsel ansteht. Außer für die Dauer solcher Arbeiten habe die Genossenschaft keinen Leerstand, auch wenn die Bilanz dafür eine Zahl von 1,6 Prozent ausweise. Das sei stets nur eine auf den 31. Dezember eines Jahres bezogene Momentaufnahme. Sind Sanierung- bzw. Modernisierung abgeschlossen, sei die jeweilige Wohnung auch sofort wieder belegt: „Wir haben ständig 300 Leute auf unserer Warteliste“, sagt Kling.

Im Durchschnitt aller 927 Wohnungen liegt die Miete bei 4,88 Euro pro Quadratmeter

Von den 927 Wohnungen der Genossenschaft sind 422 in der sogenannten Bindung. Das heißt – da sich die Genossenschaft auch dem sozialen Wohnungsbau verschrieben hat und für Bauvorhaben auch entsprechende Zuschüsse kassiert hat – dass sie diese 422 Wohnungen nur an Personen mit Wohnberechtigungsschein vermieten darf. Die restlichen 505 Wohnungen unterliegen nicht (mehr) dieser Preisbindung. Die Durchschnittsmiete liegt bei der Genossenschaft bei 4,88 Euro pro Quadratmeter. Allerdings laufe derzeit eine Mieterhöhung, sagte Kling.

Für die nähere Zukunft sieht der Geschäftsführer die Genossenschaft gerüstet – dazu soll auch ein erst kürzlich getätigtes Geschäft beitragen: Nach rund einjährigen Verhandlungen habe die GBS das rund 7000 Quadratmeter große, frühere Betriebsgelände von Berkenhoff im Herborner Hinterthal kaufen können. Über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Kling. Noch stehe zwar nicht genau fest, für welche Art von Bebauung die Genossenschaft das Grundstück nutzen werden, so der Geschäftsführer. Mit dem Abriss der alten Betriebsgebäude sei allerdings in absehbarer Zeit zu rechnen.

Große Reserve: Im Herborner Hinterthal hat die GBS das rund 7000 Quadratmeter umfassende, frühere Berkenhoff-Grundstück gekauft. Was genau dort entstehen soll, steht allerdings noch nicht fest. (Foto: Weirich)

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